Hygrothermische FEM-Simulation für Bauteile
| Wandaufbau (außen → innen) | — |
| Randbedingungen Außen | — |
| Randbedingungen Innen | — |
| U-Wert / Gesamtdicke / sd-Wert | — |
🧱 Schichtaufbau (außen → innen)
🌡️ Randbedingungen
❄️ Außen
🔥 Innen
Wandquerschnitt
Glaser-Vorschau (stationär)
⚙️ Simulationseinstellungen
📋 Berechnungsverfahren
- Gekoppelte PDEs für T(x,t) und φ(x,t)
- Kapillartransport über D_φ(φ)
- Sorptionsisotherme w(φ)
- Stationäres Verfahren
- Kein Kapillartransport
- Nur für Kühlräume geeignet
Keine Ergebnisse
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📋 Gesamtbewertung & Verfahrensvergleich
| Verfahren | Was wird berechnet | Aussage | Verdict |
|---|
ℹ️ Was bedeuten die Begriffe?
g_c (Tauwassermenge): Wassermenge in g/m², die sich in 60 Wintertagen in der Wand niederschlägt. Grenzwert nach DIN 4108-3: ≤ 500 g/m² (allgemein) bzw. ≤ 1000 g/m² (an Bauteilgrenzen zu Holzbauteilen).
g_ev (Verdunstungsmenge): Wassermenge in g/m², die im 90-tägigen Sommerzeitraum wieder austrocknet. Muss ≥ g_c sein, sonst akkumuliert Feuchte über die Jahre.
Verdunstungszeit: Wie lange das im Winter angefallene Tauwasser im Sommer zum Austrocknen braucht.
φ_max (max. rel. Feuchte): Höchste auftretende relative Luftfeuchte im Wandquerschnitt. > 95 % = Schimmelrisiko, > 100 % = Tauwasserausfall.
WTA-Kriterium (Merkblatt 6.2): Bei Innendämmung muss an jeder Schichtgrenze über das Jahr φ_max < 95 % bleiben.
Glaser (DIN 4108-3): Stationäres Diffusionsverfahren mit zwei festen Klimazuständen (Winter -10 °C / Sommer 12 °C). Vereinfachung — ignoriert Kapillartransport und reale Klimaschwankungen. Pflicht-Mindestnachweis für Standardkonstruktionen.
FEM-Simulation (DIN EN 15026): Transientes, gekoppeltes Wärme-/Feuchte-Modell. Berücksichtigt Sorption, Kapillartransport und stündliche Klimaschwankungen. Erforderlich u. a. bei Innendämmung, kapillaraktiven Dämmstoffen, Holzbauweise, Denkmalsanierung. Hier als Screening-Lauf umgesetzt — für Genehmigungen WUFI/Delphin empfohlen.
Wichtig: Wenn Glaser und FEM widersprüchliche Aussagen liefern, gilt für die im Tool ausgewiesene maßgebliche Methode (siehe Empfehlung oben) das Ergebnis. Bei rechtsverbindlichen Nachweisen ist eine kommerzielle Software (WUFI/Delphin) heranzuziehen.
WTA-Kriterien ERFÜLLT
Max. Feuchte: 85.2% bei 36.5 cm
Schichtgrenzen-Analyse (FEM)
Profil-Vergleich: FEM vs. Glaser
Lila gestrichelt = Glaser · Cyan = FEM (mit Kapillartransport)
Direktvergleich: Glaser ↔ FEM
Gleiche Wand, gleiche Randbedingungen — bewertet mit beiden Verfahren. Die Zellen sind farblich nach Status eingefärbt.
| Kriterium | Glaser (stationär · DIN 4108-3) | FEM (instationär · EN 15026) |
|---|---|---|
| Tauwasser im Querschnitt? Ist die Sättigung irgendwo erreicht? |
— | — |
| Maximale rel. Feuchte φ_max Glaser: stationär · FEM: über den Simulationszeitraum |
— | — |
| Tauwassermenge g_c 60-Tage-Tauperiode (Glaser-Definition) |
— | n. v. ⓘ |
| Verdunstungsmenge g_ev 90-Tage-Verdunstungsperiode |
— | n. v. ⓘ |
| Verdunstungszeit Wie lange das Wintertauwasser im Sommer zum Austrocknen braucht |
— | n. v. ⓘ |
| WTA 6.2: φ < 95 % an allen Grenzen Dauerhaft kein Schimmelrisiko an Schichtgrenzen |
n. v. ⓘ | — |
| Gesamtbewertung Normgerechtes Verfahrens-Ergebnis |
— | — |
n. v. = nicht verfügbar (Verfahren produziert diese Größe nicht). Für Standardwände (Außendämmung, ohne kapillaraktive Dämmstoffe) ist Glaser maßgeblich. Bei Innendämmung, Holzbauweise oder kapillaraktiven Materialien ist die FEM-Aussage realitätsnäher. Die endgültige Empfehlung steht oben im Block „Gesamtbewertung & Verfahrensvergleich".
Zeitverlauf der maximalen Feuchte
📖 Übersicht: Hygrothermische Simulation
Diese Anwendung berechnet den Wärme- und Feuchtetransport durch mehrschichtige Bauteile. Sie vergleicht zwei Berechnungsverfahren:
✅ FEM nach EN 15026
Instationäre (zeitabhängige) Simulation mit gekoppeltem Wärme- und Feuchtetransport. Berücksichtigt Kapillartransport in porösen Materialien und ist daher für kapillaraktive Innendämmungen geeignet.
⚠️ Glaser nach DIN 4108-3
Stationäres (zeitunabhängiges) Verfahren, das nur Wasserdampfdiffusion betrachtet. Kein Kapillartransport! Ursprünglich für Kühlhauswände entwickelt. Für kapillaraktive Dämmstoffe oft zu konservativ.
🧱 Materialparameter
λ — Wärmeleitfähigkeit [W/(m·K)]
Gibt an, wie gut ein Material Wärme leitet. Je kleiner der Wert, desto besser die Dämmwirkung.
| Mineralwolle, EPS | 0,035 | Sehr gute Dämmung |
| Holzfaser | 0,042 | Gute Dämmung |
| Calciumsilikat | 0,065 | Dämmend |
| Vollziegel | 0,68 | Mäßig |
| Beton | 2,1 | Wärmebrücke |
μ — Wasserdampf-Diffusionswiderstandszahl [-]
Je höher der Wert, desto dampfdichter das Material.
| Mineralwolle | μ = 1 | Sehr dampfoffen |
| Holzfaser, CaSi | μ = 5–6 | Dampfoffen |
| Ziegel, Lehmputz | μ = 8–10 | Diffusionsoffen |
| Kalk-Zement-Putz | μ = 20 | Mäßig dicht |
| EPS | μ = 50 | Dampfbremsend |
| Beton | μ = 80 | Dampfdicht |
Aw — Wasseraufnahmekoeffizient [kg/(m²·√s)]
Kapillare Saugfähigkeit — entscheidend für das Trocknungspotential.
| Calciumsilikat | 1,5 | Sehr kapillaraktiv |
| Mineralschaum | 0,5 | Kapillaraktiv |
| Holzfaser | 0,3 | Kapillaraktiv |
| Vollziegel | 0,15 | Leicht kapillaraktiv |
| EPS, Mineralwolle | 0 | Nicht kapillaraktiv |
ρ — Rohdichte [kg/m³] und cp — Spez. Wärmekapazität [J/(kg·K)]
Bestimmen die Wärmespeicherfähigkeit. Schwere Materialien (hohe Rohdichte) können mehr Wärme speichern.
wsat und w80 — Feuchtegehalte [kg/m³]
wsat: Max. Wassergehalt bei Sättigung. w80: Wassergehalt bei 80% r.F.
📐 Berechnete Kennwerte
U-Wert [W/(m²·K)]
Je kleiner, desto besser die Dämmung.
| Passivhaus | U ≤ 0,15 |
| GEG Neubau | U ≤ 0,28 |
| Altbau unsaniert | U = 1,5–2,5 |
sd-Wert [m]
| sd < 0,5 m | Diffusionsoffen |
| 0,5 m ≤ sd ≤ 1500 m | Diffusionshemmend |
| sd > 1500 m | Diffusionsdicht |
Taupunkttemperatur [°C]
Beispiel: Bei 20°C / 50% r.F. → Taupunkt ≈ 9,3°C.
❄️ Glaser-Verfahren (DIN 4108-3)
Tauperiode und Verdunstungsperiode
| Tauperiode | 60 Tage | Winterbedingungen |
| Verdunstungsperiode | 90 Tage | Sommerbedingungen (12°C / 70% r.F.) |
gc — Tauwassermenge
Grenzwert: gc ≤ 1,0 kg/m²
gev — Verdunstungsmenge
Anforderung: gev ≥ gc
⚡ FEM-Simulation (EN 15026)
Grundgleichungen
Kapillartransport Dφ
Sorptionsisotherme w(φ)
✅ WTA-Merkblatt 6-4 / 6-5: Innendämmung
Relative Feuchte an Schichtgrenzen
| φmax < 95% | Keine Gefahr |
| φmax ≥ 95% | Kritisch! |
Empfehlungen
| Kapillaraktive Systeme (CaSi) | Bevorzugt bei Altbau |
| Dampfdichte Systeme (EPS + DB) | Nur bei exakter Ausführung |
| Mineralwolle ohne DB | Kritisch! |
📚 Normen und Quellen
- DIN 4108-3: Klimabedingter Feuchteschutz
- EN 15026: Bewertung der Feuchteübertragung (numerische Simulation)
- WTA 6-4: Innendämmung — Planungsleitfaden
- WTA 6-5: Innendämmung — Nachweis von Innendämmsystemen
- DIN EN ISO 13788: Vermeidung kritischer Oberflächenfeuchte
- Künzel, H.M. (1995): Simultaneous Heat and Moisture Transport (Fraunhofer IBP)
Häufige Fragen
Was ist eine hygrothermische FEM-Simulation?
Wann brauche ich eine FEM-Simulation statt Glaser?
Was ist der Unterschied zu Glaser?
Was bedeutet der Durchfeuchtungsgrad?
Kann ich Innendämmung mit dem Tool prüfen?
Welche Materialien hat das Tool hinterlegt?
Was sagt der DIN 4108-3 Status?
Wie lese ich das Temperatur-/Feuchteprofil?
Kann ich die Klimadaten anpassen?
Ist Glaser oder FEM genauer?
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